Die Normenfassung 2019 brachte auch Änderungen im Formelapparat zur natürlichen und maschinellen Lüftung, samt geänderten Bezeichnungen und Kennwerten bei der Wärmerückgewinnung für Raumlufttechnik-Anlagen.
- ON B8110-5 – Klimamodell und Nutzungsprofile
- ON B8110-6 – Heizwärmebedarf und Kühlbedarf
ÖNORM B 8110-5
Klimamodell und Nutzungsprofile
Die Änderungen umfassen:
- Formelzeichen, Einheiten und Benennungen
- Luftwechselzahlen
Als Erstes werfen wir einen Blick in die ÖNORM B 8110-5, dort gibt es nicht nur neue Bezeichungen für Kennwerte, es sind auch einige Neue dazu gekommen.
Formelzeichen, Einheiten und Benennungen
ÖNORM B 8110-5:2007
Tabelle 1 – Formelzeichen, Einheiten und Benennungen
Formelzeichen | Einheit | Benennung |
---|---|---|
nL | 1/h | energetisch wirksame Luftwechselrate |
nL,FL | 1/h | energetisch wirksame Luftwechselrate bei Fensterlüfung |
nL,NL | 1/h | energetisch wirksame Luftwechselrate bei Nachtlüftung |
nL,RLT | 1/h | energetisch wirksame Luftwechselrate bei Raumlufttechnik |
ÖNORM B 8110-5:2019
Tabelle 1 – Formelzeichen, Einheiten und Benennungen
Formelzeichen | Einheit | Benennung |
---|---|---|
nL | 1/h | energetisch wirksame Luftwechselrate |
nL,hyg | 1/h | hygienisch notwendiger Luftwechsel |
nL,nL | 1/h | Luftwechselrate bei natürlicher Lüftung |
nL,NL | 1/h | Luftwechselrate bei Nachtlüftung |
nL,mL (teils auch nL,RLT) | 1/h | Luftwechselrate bei mechanischer Lüftung |
Luftwechselzahlen
Normenfassung 2015
Ein genereller Luftwechsel von 0,4 h-1 ist für alle Wohngebäude vorgesehen.
Normenfassung 2019
Es wird nun zwischen Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus unterschieden.
Bei einem Wohnhaus mit einer bzw. max zwei Nutzungseinheit/-en wird ein Luftwechsel von 0,28 h-1 vorgeschrieben. Ein Wohnhaus mit mehr als zwei Nutzungseinheiten wird eine Luftwechselrate von 0,38 h-1 vorgeschrieben.
Die Differenzierung der Nicht-Wohngebäude ist wie in der vorherigen Normfassung geblieben.
Sie finden die betreffenden Werte in der Tabelle 6 der ÖN B 8110-6:2019.
ÖNORM B 8110-6
Heizwärmebedarf und Kühlbedarf
Weiters wird die ÖNROM B 8110-6:2019 im Vergleich zur ÖNORM B 8110-6:2010 begutachtet. Dabei sollten Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude getrennt betrachtet werden:
Wohngebäude
Bei Lüftungsgeräten mit Feuchterückgewinnung darf der Temperaturänderungsgrad aufgrund der höheren Gesamtenergieübertragung (Enthalpie), jetzt auch bei Wohngebäuden nach oben korrigiert werden. Neben den geänderten Default-Temperaturänderungsgraden, der gängigsten Systeme, sind auch andere Prüfverfahren zur Ermittlung der Wärmerückgewinnung vorgesehen.
Beispielsweise wurde vom fortluftseitigen zum zuluftseitigen Temperaturverhältnis umgestellt.
Bis lang wurde der Luftvolumenstrom bei kontrollierter Wohnraumlüftung bzw. mechanischer Lüftung mit Wärmerückgewinnung, aus der Abluft und Erwärmung der Zuluft, gemäß der Formel (17) berechnet, diese wurde nun von zwei Gleichungen (16a, 16b) abgelöst.
ON B 8110-6:2010
6.2.3 Luftvolumenstrom bei kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
- νV
- Luftvolumenstrom, in m3/h
- η Vges
- Wärmebereitstellungsgrad (Reduktion der Lüftungswärmeverluste) des Gesamtsystems
- nX
- Falschluftrate (Infiltrationsrate), in h-1
- VV
- energetisch wirksames Luftvolumen, in m3
ON B 8110-6:2019
6.2.3 Luftvolumenstrom bei mechanischer Lüftung mit Wärmerückgewinnung
Durch diese Formel ist jetzt auch eine Teilbelüftung einer Zone eindeutig geregelt.
- νV
- Luftvolumenstrom, in m3/h
- η Vges
- Temperaturänderungsgrad (Reduktion der Lüftungswärmeverluste) des Gesamtsystems
- nL,hyg
- hygienisch notwendiger Luftwechsel, in h−1 (gemäß ÖNORM B 8110-5)
- nInf
- Infiltrationsrate, in h−1
- Vv,mL
- energetisch wirksames anteiliges Luftvolumen mit mechanischer Lüftung und Wärmerückgewinnung, in m3
- nnL
- Luftwechselrate bei natürlicher Lüftung, in h−1
- VV,nL
- energetisch wirksames anteiliges Luftvolumen mit natürlicher Lüftung, in m3
Nicht-Wohngebäude
Beim Nichtwohngebäude wurden vor allem Tabellen mit den Defaultwerten für den Temperaturänderungsgrad angepasst.