In diesem Übungsbeispiel planen wir, im Keller des Gebäudes ein Musikstudio einzurichten. Direkt darüber befindet sich im Erdgeschoss ein Wohnraum. Wir müssen nachweisen, wie gut der Schallschutz zwischen diesen beiden übereinanderliegenden Räumen ist. Hierzu führen wir eine detaillierte Berechnung der Luftschallübertragung (D_(n,T,w)) durch, bei der wir die Decke als Trennbauteil und die angrenzenden Wände als Flankenbauteile berücksichtigen.
Beide Räume haben eine Grundfläche von 25 m² und eine Raumhöhe von 3 m (quadratischer Grundriss: 5 x 5 m).
Vorbereitung:
Für diese Übungsaufgabe verwenden Sie bitte ausschließlich das hier verlinkte Projekt „Schallübertragung_Übung.aph“. Importieren Sie es in Ihr ArchiPHYSIK-Programm und beginnen Sie dann mit den untenstehenden Aufgaben.
Aufgabe 1: Trennbauteil anpassen
Bevor wir die Raumsituation aufbauen, müssen wir dem Trennbauteil die raumakustischen Rahmenbedingungen zuweisen.
- Öffnen Sie in Ihrer Bauteilliste die Decke über dem Keller.
- Bitte überprüfen Sie, ob die dynamischen Steifigkeiten und Masseschichten gemäß dem Schichtaufbau korrekt deklariert sind. Falls nicht, nehmen Sie die entsprechende Anpassung vor.
- Tragen Sie das Volumen des Empfangsraums (Wohnraum im Erdgeschoss) ein. Berechnen Sie das Volumen anhand der obenstehenden Angaben und geben Sie den Wert anschließend manuell ein.
Aufgabe 2: Raumsituation D_(nT,w) anlegen und Trennbauteil definieren
Erstellen Sie den eigentlichen Schallschutznachweis für diese beiden Räume.
- Legen Sie eine neue Nachweisführung für die bewertete Standard-Schallpegeldifferenz an.
- Definieren Sie den Senderaum und tragen Sie das errechnete Raumvolumen ein.
- Definieren Sie den Empfangsraum und tragen Sie auch hier das Raumvolumen ein.
- Weisen Sie dieser Raumsituation das korrekte Trennbauteil zu und definieren Sie die gemeinsame Trennfläche der beiden Räume.
- Ändern Sie den Text im „Bemerkung“-Feld entsprechend.
- Da ein Musikstudio sehr laut ist, reicht der voreingestellte Standardwert für die Anforderung nicht aus. Klicken Sie bei der Auswertung daher auf den erforderlichen Wert und ändern Sie ihn auf 60 dB.
Aufgabe 3: Flankenbauteile definieren
Da der Schall nicht nur durch die Decke, sondern auch über die Wände nach oben wandert, definieren wir die vier Wände des Raumes als Übertragungswege.
- Fügen Sie der Berechnung insgesamt vier Flankenbauteile hinzu (zwei Außenwände und zwei Innenwände).
- Flanke 1 und 2: Öffnen Sie die Einstellungen der jeweiligen Flanke. Definieren Sie als Grundbauteil für den Senderaum im Keller die Kelleraußenwand (WA-01). Wählen Sie als Grundbauteil für den Empfangsraum (EG) die Stahlbeton-Außenwand (AW_St).
- Flanke 3 und 4: Definieren Sie hier als Bauteil für die Sende- und Empfangsseite jeweils die Innenwand (ÖN06).
- Stoßverbindung: Da die Räume quadratisch sind (5 x 5 m), vergeben Sie für alle vier Flanken eine Kopplungslänge von 5,00 m. Stellen Sie den Typ der Stoßstelle passend ein.
Aufgabe 4: Schallschutz optimieren
Da ein Musikstudio sehr laute Pegel erzeugt, reicht der Standard-Schallschutz nicht aus. Wir stellen uns vor, dass wir einen erhöhten Wert von 65 dB benötigen.
- Experimentieren Sie selbst, um diesen Zielwert zu erreichen! Optimieren Sie dazu das Trennbauteil in der Bauteilliste, indem Sie akustische Materialien (z. B. Dämmschichten) und Vorsatzschalen hinzufügen. Achten Sie dabei darauf, diese im Schall-Reiter korrekt zu deklarieren (z. B. als biegeweiche Vorsatzschale).
- Überprüfen Sie anschließend in den Flankenbauteilen, ob und wie die neu hinzugefügten Vorsatzschalen in der Übertragung berechnet werden.
- Alternative Herangehensweise: Nutzen Sie in der Schallberechnung die „Direkteingabe“. Geben Sie hier frei erfundene Werte ein, um ein Gefühl für die Auswirkungen zu entwickeln. Finden Sie heraus, an welchen Stellschrauben Sie drehen müssen, um den besten Effekt zu erzielen. Ist die Dämmschicht am wichtigsten, eine hohe Masseschicht oder doch die biegeweiche Vorsatzschale?
Fertig!
Weitere Interessante Artikel
