CAD Import Hybrid – opakes Modell mit transparenten Bauteilen aus ArchiPHYSIK

Die Erfassung der Gebäudehülle kann entweder manuell in ArchiPHYSIK oder mittels APS-Import erfolgen. Diese Arbeitsweisen können aber auch kombiniert werden, indem man eine hybride Strategie verfolgt, um das Beste aus beiden Welten herauszuholen.

In diesem Artikel betrachten wir die Vor- und Nachteile eines CAD-Imports mit/ohne Fenster. Wir beleuchten, welche Möglichkeiten ArchiPHYSIK für die Fenstereingabe bietet und in welchen Fällen diese manuelle Erfassung praktisch sein kann.

Opake Gebäudehülle ohne Fenster

Ein gutes Beispiel stellt unser Auslieferungsprojekt „Eckwohnhaus“ dar.

Hier wurde das CAD Modell ohne Fenster erstellt und in die ArchiPHYSIK importiert. Die benötigten transparenten Bauteile, wie Fenster und Türen wurden dabei im SketchUp Modell nicht erfasst, sondern erst nachträglich im ArchiPHYSIK Projekt angelegt und der Hülle als Abzugselemente hinzugefügt.

Durch diese hybride Arbeitsweise entsteht zwar zusätzliche Arbeit im ArchiPHYSIK-Projekt anstatt im 3D-Modell, dafür wird jedoch ein gewisser Freiheitsgrad und zusätzlicher Spielraum bei der Projekterfassung geschaffen.

Manuelle Fenstereingabe

Eine manuelle Eingabe der Fenster bietet einerseits mehr Flexibilität im ArchiPHYSIK-Projekt und beschleunigt andererseits die Modellerfassung im CAD oder SketchUp.

Da bei der vereinfachten Geometrie-Erfassung für Bestands-Energieausweise in der Gebäudehülle grundsätzlich keine detaillierten Angaben zur Position der Fenster in der Wand benötigt werden, sind somit nur Maße, Anzahl und Ausrichtung relevant.

Auch für die Bauphysik ist es im Allgemeinen nicht so wichtig, wo genau sich ein Fenster in einer Wand befindet (ausgenommen bei detaillierter Verschattungsberechnung), sondern um wie viel Quadratmeter sich eine Wandfläche durch vorhandene Öffnungen verringert.

Somit ist die gesamte, durch Fenster und Türen entstandene, Abzugsfläche relevant. Diese Informationen können in ArchiPHYSIK jederzeit schnell angepasst werden, wohingegen ein Umbau eines CAD-Modells einfach mehr Aufwand darstellt.

Dabei können die Fenster zusammengefasst, entweder nach Stückzahl oder nach Gesamtmaße eingegeben werden.

  • Entweder als ein Fensterbauteil mit realen Abmessungen, welches dann beliebig oft in der Gebäudehülle verwendet werden kann,
  • oder als ein Fensterbauteil mit summierten Abmessungen pro Orientierung, welches alle an der jeweiligen Fassade vorkommenden Fenster abbildet.

Im oben genannten Projekt „Eckwohnhaus“ wurden die Fenster in ArchiPHYSIK manuell erstellt und in der Gebäudehülle bei den Wänden mit CAD-Geometrien in Abzug gebracht.

Damit können in weiterer Folge die Fenster in ihrer Größe und Anzahl jederzeit, schnell und direkt im ArchiPHYSIK-Projekt verändert werden, ohne dass dies unerwünschte Auswirkungen auf die restliche erfasste CAD-Geometrie hat.

Wurde das Modell in CAD jedoch bereits mit transparenten Bauteilen erfasst, ist es ratsam nachträgliche Anpassungen der Fenster in Form, Anzahl und Position im Modell durchzuführen. Anschließend sollte das Modell erneut in die ArchiPHYSIK importiert werden.

Andernfalls können große Unterschiede zwischen der Gebäudehülle in ArchiPHYSIK und dem CAD-Modell entstehen, die womöglich nur mit viel Aufwand korrigiert werden können!

Dies ist vor allem dann relevant, wenn das Modell zu einem späteren Zeitpunkt weiterverwendet werden soll. Dabei kann es sich sowohl um eine kurzfristige Anpassung, aber auch eine eventuelle Erneuerung des Energieausweis nach über einem Jahrzehnt handeln.

Anwendungsbereich, Vor- und Nachteile

Grundsätzlich ist es also möglich, das Modell samt aller opaken und transparenten Bauteile in die ArchiPHYSIK zu importieren.

Bei Projekten bei denen sich die Geometrie der opaken und transparenten Bauteile (voraussichtlich) nicht mehr verändert, ist solch eine vollständige Modellerfassung durchaus vorteilhaft.

Bei Projekten, die sich jedoch regelmäßig in ihrer Form und Fensteranzahl/-art etc. ändern können (zB. im Wettbewerb oder bei Vergleich von Varianten), ermöglicht die manuelle Eingabe der Fenster in eine modellbasierte Gebäudehülle den benötigten, nachvollziehbaren Spielraum mit dem geringst notwendigem Arbeitsaufwand.

VORTEILENACHTEILE
– Kontrolle über eingetragene Fenster nach Maße und Anzahl in ArchiPHYSIK– Die Geometrie-Erfassung endet nicht im Import der APS Datei
– Zeitersparnis bei der Modellierung der Hülle im CAD– Zusätzliche Schritte in der ArchiPHYSIK notwendig
– Pauschale Eingabe mittels Anzahl oder über Fläche ermöglicht ein schnelles Testen mehrerer Varianten– Manuell Zuordnung der Abzugselemente notwendig
– Reduziert Fehleranfälligkeit beim Mehrfach-Bearbeiten von Fenstern im CAD– Angaben zur Verschattung können nicht aus dem 3D Modell übernommen werden
– Übersichtliches Bauteil-Management– transparente Bauteile müssen manuell getauscht werden.

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