Oberflächenkondensat – Schimmelfrei durch den Winter

Schimmelpilze entstehen überall da, wo zu viel Feuchtigkeit auftritt. Diese kritische Feuchtigkeit kann unter anderem auch durch die Raumluft verursacht werden. Trifft warme Raumluft auf eine kältere Oberfläche, Beispielsweise bei Wärmebrücken, erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit an dieser Stelle. Zur Beurteilung der Schadensfreiheit infolge dieser erhöhten Luftfeuchtigkeit kann der Nachweis nach ÖNORM B 8110-2: 2020-01-01 mit ArchiPHYSIK geführt werden.

Vermeidung von Schimmel und Kondensat

Das Risiko für den Schimmelbefall besteht, wenn über mehrere Tage hinweg, die relative Luftfeuchtigkeit an der Bauteil-Innenoberfläche über 80% liegt. Kondenswasser tritt auf, wenn die Oberflächenluftfeuchte von 100% erreicht wird.

Um zu verhindern, dass sich kritische Feuchtezustände an den Oberflächen bilden, muss die Oberflächentemperatur der inneren Bauteiloberfläche einen Mindestwert überschreiten.

Nachweis der Oberflächentemperatur
f RsiTemperaturfaktor für die raumseitige Oberfläche
f Rsi,minBemessungstemperaturfaktor
θ siTemperatur der raumseitigen Oberfläche, in °C
θ si,minminimale Temperatur der raumseitigen Oberfläche, in °C
θ si,min 80 minimale Temperatur der raumseitigen Oberfläche, bei der eine relative Luftfeuchtigkeit von 80% nicht überschritten wird, in °C
θ iraumseitige operative Temperatur, in °C
θ eaußenseitige Lufttemperatur, in °C
Begriffsbestimmung

Randbedingungen

Die Randbedingungen wurden für die ÖNORM B 8110-2: 2020-01-01 im Vergleich zu Vorgängernorm komplett überarbeitet.

Außenklima

In der ÖNORM B 8110-2: 2020-01-01 ist ein Bemessungsklima definiert. Die darin enthaltenen Monatsmittelwerte der Außenlufttemperatur und der Luftfeuchtigkeit sind für alle Standorte in Österreich anzuwenden.

Innenklima

Das Innenklima wird in Abhängigkeit vom Außenklima und der Luftfeuchteklasse der Raumnutzung ermittelt. Das Verfahren kennen wir schon aus dem vereinfachten Nachweis zum Feuchteschutz im Bauteilinneren.

Wärmeübergangswiderstände

Folgende Wärmeübergangswiderstände sind dabei anzunehmen:

  • Wärmeübergangswiderstände innen: Rsi = 0,25 m²⋅K/W
  • Wärmeübergang an außenseitigen Oberflächen: Rse = 0,04 m²⋅K/W

Detaillierte Ergebnisdarstellung

Der Nachweis zum Feuchteschutz an Bauteiloberflächen ist beim Bauteil im Reiter „Dampfdiffusion“ zu finden.

Feuchteschutz von Bauteilen
Feuchteschutz von Bauteilen

Durch einen Klick auf den Link Nachweis erfüllt…öffnet sich der Dialog „Oberflächenkondensat“.

Oberflächenkondensat - Klimadaten
Dialog „Oberflächenkondensat“ aus ArchiPHYSIK

Reiter „Klimadaten“

Im Reiter „Klimadaten“ sind die Monatsmittelwerte von Außen- und Innenklima und die jeweiligen minimalen Oberflächentemperaturen und Bemessungstemperaturfaktoren gelistet.

Reiter „Report“

Im Reiter „Report“ befindet sich die Dokumentation der Berechnung. Dieser Report ist eine formatierte Textdatei, die nach Markieren, mit STRG+C (macOS: Cmd+C) kopiert und in eigene Berichte oder Gutachten eingefügt werden kann.

Beispiel: Wärmebrücke an einer Außenwand-Ecke

Basis der Wärmebrückenberechnung sind die in ArchiPHYSIK ermittelten Klimadaten. Diese können als Eingangsparameter für ein Wärmebürckenprogramm verwendet werden.

Wärmebürcke: Außenwandecke
Wärmebrücke: Außenwandecke

Das Ergebnis der Wärmebrückenberechnung ist die minimale Temperatur der raumseitigen Oberfläche θ si,min. Über diese Temperatur oder den Temperaturfaktor f Rsi kann nun der Nachweis der Schadensfreiheit geführt werden.

Bemessungstemperaturfaktor der Wärmebrücke
Nachweis der Schadensfreiheit
Dialog „Oberflächenkondensat“, Wärmebrücke: Außenwandecke

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